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„ApplausGeier“ machen Launem (18.11.2009 Schwäbische.de)
DÜRMENTINGEN / sz Mit ihrem neuen Kabarettprogramm „Mir Schwoba … ond de Rein\–\-gschmeckte“ gastieren die Schwäbischen ApplausGeier (SAG) am Donnerstag und Freitag in Dürmentingen. Wer die „Gute-Laune-Truppe“ erleben möchte, kann sich schnell noch Karten sichern.Gesellschaftliche Probleme – wie Kindererziehung – und politische Aufreger kommen thematisch ebenso zum Zuge wie dörflicher Tratsch und Klatsch, vermittelt durch die urschwäbischen Lästermäuler Resi und Martha. Abgerundet wird das Ganze durch drei programmatische Schwabenlieder, in denen der satirische Anspruch der SAG-Truppe sowie die liebenswürdigen Eigenheiten des Schwabentums intoniert wurden. Die ApplausGeier bieten zwei Stunden Kurzweil mit Hintersinn und hohem Wiedererkennungswert.Urige Typen stehen auf der Bühne und treiben den Gästen vor Lachen die Tränen in die Augen: Zu nennen wäre da das altledige Muttersöhnchen Sepp Dreyer, ein erfolgloser Sachbuchautor, der zum ersten Mal die heimische kleinbürgerliche Schwaben-Idylle verlässt, um ausgerechnet bei den Fischköpfen in Hamburg an einem Seminar teilzunehmen. Oder der notorisch arbeitsscheue Hesse Gebbard, genannt Schobbe, der sich in Oberschwaben um eine Stelle als Hausmeister bewirbt, weil er dort ungeahnte Fähigkeiten entwickelte.Ferner macht der vordergründig parteitreue CSU-Mann Hallermayer keinen Hehl aus seiner Politikverdrossenheit, sobald er seinen Wahlbürostuhl verlässt. Zuletzt erklärt der Soziologe Dr. Ruben-Torben Ibes verblüffende Zusammenhänge zwischen Null-Bock-Mentalität der heutigen Jugend und der frühkindlichen Prägung durch einschlägige Kinderlieder. Urtypische Schwaben und verzweifelte Reigschmeckte mit all ihren tadelns- und liebenswürdigen Macken in spöttisch-witzigen Szenen. Dieser Kabarettabend ist ein Muss für alle Schwaben … und erst recht für Reingeschmeckte.Am Donnerstag, 19. November, und Freitag, 20. November, gibt die Truppe ihr Programm zum letzten Mal in der „Burg“, Erlebnisgastronomie in Dürmentingen zum Besten.

Weltmännischer Auftritt der Schwäbischen Applausgeier (24.10.2001)
BETZENWEILER – Zum Brüllen komisch spielten die Schwäbischen Applausgeier das Stück „Roman und Julchen“. Wenn die Darsteller die Bühne betreten, bleibt kein Auge trocken und die Backen schmerzen vor Lachen. In Hausen-unterweilertingen, wo das Stück spielt, beweisen sich die Bewohner gegenseitig, was Schwabe sein heißt.(Erschienen: 24.10.2001 23:03)

Applausgeier tappen im Dunkeln (26.01.2006)
BIBERACH / sz Am 16. März beginnt für die Biberacher Theatertruppe „SAG – die Schwäbischen Applaus-Geier“ die nunmehr fünfte Spielsaison. Zum ersten Mal wird es nicht die Premiere einer Satire aus eigener Feder sein.Zu ihrem fünfjährigen Bühnenbestehen präsentieren die „Schwäbischen Applaus-Geier“ ihrem Publikum eine turbulente Boulevardkomödie des englischen Autors Peter Shaffer. Auf dem Spielplan steht „Komödie im Dunkeln (Warten auf Igor)“. Das Stück handelt von Pablo Maria Härle, einem hoffnungsvollen jungen Künstler, der die große Chance für seinen internationalen Durchbruch wittert: Der weltbekannte Multimillionär, Kunstliebhaber und Mäzen Igor Chadolowski kündigt Interesse an seinen Arbeiten und seinen Besuch an.Pablos Verlobte Carola von Ohnewitz nutzt diese Gelegenheit, um dem kritischen Papa Oberst von Ohnewitz zu zeigen, dass sein geliebtes „Pummelchen“ bei dem heiratswilligen Hungerleider doch in guten Händen ist. Kurz vor dem Eintreffen des Millionärs geschieht das Ungeheuerliche: Ein Stromausfall legt das ganze Gebäude lahm und taucht es in anhaltende Finsternis. Doch keine Sorge, für das Publikum gibt es viel zu sehen und vor allem zu lachen. Die Akteure tappen fortan in imaginärem Dunkeln von einer Verwicklung in die nächste komische Situation. Diese temporeiche Komödie unterhält mit vielen unvorhergesehenen Wendungen und mit dem berühmten schwarzen Humor der Briten.

Theaternet.org (Ausgabe 12, Dez.2003)
„Für die Schwäbischen Applaus-Geier (SAG), den von BI-Mitarbeitern in Biberach gegründeten Kabarettzirkel, war es ein Stück nach ihrem schauspielerischen Geschmack, mit Witz und Doppelsinn, voller Ironie und Intrigen, mit bissiger Satire, Klamauk und Komödie. Applaus auf offener Szene zeigte immer wieder, dass dieses von Bernd P. Marquart für die SAG-Truppe und ihre Charaktere maßgeschneiderte Stück vom zerdepperten Krug „auf guat schwäbisch“ in den Herzen der Zuschauer ankam. Der Autor führte zugleich Regie und war – vornehmlich als Winkeladvokat – einer der Hauptakteure auf der Bühne. Da haben andere es mitunter schwer, einen Gegenpol zu bilden. Aber es gelang, überzeugend unter anderem Evelyn Schmucker als um die Wahrheit buhlende Richterin, Silke Rist als sensationslüsternes Unikum oder Abel Messaoudi als ausgebufftem Rechtsverdreher. Der Gerichtssaal als geeignete Bühne machte es leichter, all die trefflichen Dialoge hintersinnig auszuspielen, manche Szenen gewollt zu überzeichnen. Hätte die eine oder andere Straffung das Theater-Erlebnis vielleicht noch verdichtet, dem Publikum gefiel es in allen fünf Aufführungen. Die Leistung des Autors und Regisseurs mit seiner Lust zum gekonnten Formulieren und Inszenieren verdient Respekt, das gesamthafte Gelingen der SAG-Truppe Hochachtung, nämlich kabarettistische Mundart und Schauspielerei par excellence zu bringen – und sich selbst dabei nicht zu ernst zu nehmen

Schwäbische ApplausGeier amüsieren mit „Roman und Julchen“ (SZ 02.11.2002)
„Warthausen – Weil’s so schön war, noch einmal: Nach dem grandiosen Erfolg der kabarettistischen Schwabensatire „Roman und Julchen“ im Vorjahr, bringt der Boehringer Ingelheim Kultur- und Freizeitzirkel „SAG – die Schwäbischen ApplausGeier“ auch dieses Jahr das Erfolgsstück auf die Bühne […]“

„Ein Schlüssel für Zwei“ (14.11.2011)

Warthausen / sz „Ein Schlüssel für Zwei“ heißt der Schwank von Chapman und Freeman, und es schwankt die Bühne und es schwingt das Ensemble aus purem komödiantischem Vergnügen.Worum geht es? Erstmal um eine Blondine. Klar! Die heißt Vera, ist höchst ansehnlich und lebt in einer nicht ganz billigen Wohnung. Was also tun? Ganz einfach: Man angelt sich nicht nur einen, sondern gleich zwei Männer, die, obschon verheiratet, bereit sind, zu festgelegten Zeiten mit Vera Tisch, Bad und Bett zu teilen, dafür aber auch ordentlich zu blechen. Mit Kostgeld, Miete und anderen Annehmlichkeiten, die das Leben lebenswert machen, kommt da schon etwas zusammen.Aber eine Komödie wäre keine Komödie, sondern langweiliger Alltag, wenn es dabei bliebe. Die Herren begegnen sich natürlich. Später kommen dann noch deren Ehefrauen und Veras Freundin hinzu. Dieses Gebräu wird kräftig umgerührt, Vera und Freundin erfinden die abenteuerlichsten Schwindeleien, Ausreden und albernen Erklärungen, um über die Runden zu kommen.

Aus diesem Sujet kann man viel machen, und die „Applausgeier“ machten viel daraus. Regisseurin Silke Rist ließ drauflosspielen, dass buchstäblich die Wände wackelten und das Bett beim Draufrumspringen einen Teil seines Lattenrostes verlor. Das ist Bühnenrealismus. Bewegungsreich und mit ausgedehnten Bewegungen, unterstrichen sie ihre sprachgewaltig daherkommenden Texte. Die Regie ließ die Emotionen toben, führte bis an die Grenzen der Hysterie, vermied aber zumeist ein Darübersteigen und Abdriften in die Klamotte. Eine Ausnahme: Es war unnötig, den Darsteller des Betrunkenen einen fast präkomatösen Zustand spielen zu lassen, das ging auf Kosten der Glaubwürdigkeit.

Das Stück lebt von der Situationskomik. Die Slapsticks wurden extensiv ausgereizt, manches mit zuviel Vollgas Gefahrene würde allerdings etwas mehr Dezenz vertragen.

Ilona Weinrich (Vera) gab die oft überforderte Mehrfach-Geliebte mit überzeugender Körpersprache. Eine komödiantische Entdeckung ist Kerstin Merk (Anne). Ihre Pointen sitzen körperlich und sprachlich, ihr Stil erinnert an die große Komikerin der Nachkriegsjahre Gisela Schlüter. Christoph Hepp und Abel Messaoudi gaben pflichtschuldigst die zahlungsbereiten, aber etwas begriffsstutzigen Lover. Vera: „Die Männer sind unglaublich simpel. Es fehlt ihnen unsere Finesse und Subtilität.“ Alle Spieler legten ihrer komödiantischen Extravertiertheit kaum Zügel an, waren locker, fröhlich, spontan und unbeschwert. Eine gelungene Inszenierung.

 

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